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Geschichte

'Ein Dorfkino wie aus dem Bilderbuch Familie Lauer betreibt in Nonnweiler das Central-Filmtheater '
So titelte die 'Saarbrücker Zeitung' am 4. September 1991, bei einer Serie über die saarländischen Kinos.

Tradition seit 1823
Seit dieser Zeit besteht in der Ortsmitte von Nonnweiler das Anwesen der Familie Lauer, mit Fleischerei, Gastwirtschaft (früher 'Restaurant zu Post', heute 'Bistro Central') und Tanzsaal.
Das bereits in 4. Generation geführte Haus, wurde 1903 von Wilhelm Lauer sen., dem Urgroßvater des heutigen Kinobetreibers Andreas Lauer, ersteigert. Dieser betrieb bis in die dreißiger Jahre des vergangenen Jahrhunderts eine Holzhandlung, eine Fleischerei und eine Gastwirtschaft mit Tanzsaal.

Im Saal fanden neben Familienfeiern, Vereinsfesten, Theateraufführungen und Karnevalsveranstaltungen auch Filmvorführungen statt. Während des zweiten Weltkrieges diente er dann als Lager für Soldaten der Wehrmacht, bis er 1944 bei einem schweren Luftangriff auf das Eisenbahnviadukt von Nonnweiler durch zwei Bomben zerstört wurde.

Aus Kriegsgefangenschaft heimgekehrt, baute Wilhelm Lauer jun. den Saal in veränderter Form wieder auf und nutzte ihn für die gleichen Zwecke wie vor dem Krieg. So fanden unter anderem wöchentliche Filmvorführungen eines Wanderkinos statt und er diente als Heimstätte des 1954 gegründeten Karnevalsvereins Nonnweiler, KGN.
Als jedoch Anfang der fünfziger Jahre im Nachbarort Otzenhausen die Familie Regel ein stationäres Kino eröffnete, musste das Wanderkino seinen Spielbetrieb in Nonnweiler einstellen, da es nur 3 km vom Otzenhausener Kino entfernt war. Daraufhin fasste Wilhelm Lauer den Entschluss ebenfalls seinen Saal in ein Kino umzubauen. Die dazu nötige behördliche Genehmigung wurde ihm jedoch verweigert, da zu dieser Zeit im Saarland noch keine Gewerbefreiheit herrschte und die Errichtung eines Kinos strengen Auflagen unterlag. Durch den im Ort aufkommenden Fremdenverkehr beflügelt, lies er von seinem Vorhaben aber nicht ab und führte gegen das Kultusministerium des Saarlandes Klage am Oberverwaltungsgericht des Saarlandes in Saarlouis.
Überraschend gewann er 'Im Namen des saarländischen Volkes' diesen Prozess (Akz I M 29/55) und erhielt so, am 20. August 1955 die Erlaubnis zum Bau eines Kinos.

Die Eröffnung folgte Oktober 1956 mit dem Film 'Die Kirschen in Nachbars Garten'. Geführt wurde das Kino von Wilhelm Lauer, gemeinsam mit Sohn Erich und Tochter Carla.

In den sechziger Jahren fand im Kino z.B. eine Veranstaltung mit dem Altmeister der Fernsehunterhaltung Peter Frankenfeld statt. Auch der Entfesselungskünstler Moretti gab einen Auftritt.

Seit Ende der siebziger Jahre führt Andreas Lauer mit tatkräftiger Unterstützung seines Vaters und seiner beiden Geschwister Roland und Elke die Geschicke des Kinos.

In den 'goldenden Kinozeiten' der fünfziger Jahre gab es mehr als zweihundert Kinos im Saarland. Das Central in Nonnweiler ist eines der wenigen, die überlebt haben. Überlebt, dank Investitionen in Modernisierungen, wie dem 1994 erfolgten Neubau von Foyer und Toilettenanlagen, und in die 'Gemütlichkeit' des Saales mit moderner Technik.

Die historische Anzeige ist aus dem Reiseführer 'An der Mosel und Saar durch die Eifel und den Hochwald-Hunsrück' von 1907. Bild zwei und drei zeigt den Saal in den fünfziger Jahren. 

Bild vier entstand Anfang der sechziger Jahre im Vorführraum.

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